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Ballersbach gehört zur Gemeinde Mittenaar welche am 1. Januar 1972 durch den Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Orte Ballersbach, Bicken und Offenbach entstand. Am 1. April 1972 wurde der Ort Bellersdorf eingegliedert.
Wappen Mittenaar
Urkundlich wurde Ballersbach erstmals im Jahre 1270 erwähnt.
Die Ballersbacher Kirche (Capelle zu Ballersbach) ist vermutlich ebenfalls in dieser Zeit erbaut worden. Dass die Kapelle eine besondere Bedeutung hatte, lässt sich daran ablesen, dass ihr später das weit größere Dorf Herbornseelbach zugeordnet wurde. Ballersbach wuchs im Laufe der Zeit aus dem nordisch gelegenen älteren Siedlungskern um den "Baalerstaa" (Balder- oder Baldurstein) mit dem südlich gelegenen Ortsteil zusammen.
Um 1500 wurde die Kirche mit wundervollen Fresken ausgemalt, die allerdings mit den Jahren durch den Verfall der Kirche kaum noch sichtbar waren.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Dorf von der Pest heimgesucht. 165 Personen erlagen der damals unheilbaren Krankheit. In dieser Schreckenszeit überlebten nur 85 Einwohner. Es dauerte über hundert Jahre, bis sich Ballersbach von dieser Katastrophe erholt hatte.
1912 wurde die Kirche durch einen heftigen Blitzschlag schwer beschädigt.
Kirche Ballersbach vor 1914
Kirche Ballersbach, um 1916
Bei den Renovierungsarbeiten kamen allerdings die wundervollen Fresken wieder zum Vorschein. Bei diesen Gemälden handelt es sich um eine symbolische sinnbildliche Darstellung der Menschheitsgeschichte und der Anfangsgeschichte des Christentums in Einzelbildern. 1993 fand eine umfangreiche Erneuerung der Kunstwerke statt um diese auch für die nachfolgenden Generationen zu sichern.

Bedeutenster Bewohner Ballersbachs war der reformierte Theologe Johann Heinrich Alsted

Johann Heinrich Alsted (engl. John Henry Alsted, selten auch: Herborn Heinrich Alsted; * Mitte März 1588 in Ballersbach bei Herborn, 9. November 1638 in Weißenburg, heute Alba Iulia, Rumänien) war reformierter Theologe, Philosoph, Pädagoge und Polyhistor.

Sein Vater war Jakob Alsted, Pfarrer ( 1622); seine Mutter: Rebekka geb. Pincier aus Wetter, verw. Mehrius. 1625 heiratete er Anne Katharina Corvinus aus Herborn ( 1648).

Alsted studierte nach Besuch des Pädagogiums an der Hohen Schule in Herborn. Ab 1608 wirkte er als Pädagogearch und Präzeptor der ersten Klasse am Herborner Pädagogium, 1610 bis 1619 Professor der Philosophie, ab 1619 der Theologie an der Hohen Schule in Herborn.

Zwischendurch, 1618/19, als Abgeordneter des Wetterauer Grafenverbands auf der Synode zu Dordrecht. Seit 1629 lehrte er als Professor der Theologie an der Akademie Weißenburg/Siebenbürgen.

Alsted war Verfasser berühmter enzyklopädischer Werke auf dem Gebiet der Philosophie und Theologie, von weitreichendem Einfluss auf beide Disziplinen und insbesondere durch seinen Schüler Johann Amos Comenius auf die Pädagogik.

Auf dem Boden der reformierten Föderaltheologie verknüpft und unterscheidet er »foedus naturae« und »foedus gratiae« und dementsprechend »lex« und »evangelium«, Philosophie und Theologie, Vernunft und Offenbarung. Auffällig ist der Chiliasmus bei Alsted.

Literatur
Helmut Groos (Hrsg.): Mittenaar – Ein Heimatbuch. Mittenaar, 1988
Helmut Groos (Hrsg.): Heimat und Geschichte. Mittenaar – Ein Heimatbuch, Band II. Mittenaar, 2004

Die von dem reformierten Theologen Johann Heinrich Alsted verfaßte "Encyclopaedia Cursus Philosophici", war das erste Werk, welches den im griechischen Altertum entstandenen Begriff der Enzyklopädie im Buchtitel enthielt.


INFO
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Seit Juni 2010 besitzt Ballersbach ein eigenes Wappen. Während eines Gemeindefestes wurde es offiziell übergeben.
Der Blütenstempel ist den Fresken der Kirche entnommen, das Mühlrad weist auf die versunkene Mühle im Aartal hin, Reste der Mühle wurden vom Arbeitskreis "Dorf Geschichte" ausgegraben.
Wappen Ballersbach
letzte Aktualisierung
06.07.2014

(c) Torsten Hartmann 2000